Meine Füße werden uns tragen

Manuela Knigge leidet unter einem Gendefekt, der vor 30 Jahren festgestellt wurde. Seit ihrem 49. Lebensjahr ist sie auf regelmäßige Dialyse angewiesen. Auf ihrem Blog schreibt sie über ihre Lebens- und Krankheitserfahrungen. Die Dialyse hat ihr zwar ihr bisheriges Leben genommen – aber auch ein neues geschenkt. Dass es Aufs und Abs gibt, ist selbstverständlich, aber sie hat durch die Krankheit auch Dinge entdeckt, die ihr wirklich Freude bereiten, wie zum Beispiel die Fotografie. Ihre vorige Arbeit als Fabrikarbeiterin lies ihr kaum Zeit dazu, ihre eigenen Interessen zu erkennen geschweige denn zu leben. Was ihr aber durch die Krankheit fehlt ist zum Beispiel Mobilität. Gern würde sie verreisen, aber da sie auf die dreimal in der Woche auf Blutwäsche angewiesen ist, gestaltet sich dies so gut wie unmöglich. Sie hat Hoffnung, dass es irgendwann mit einer Spenderniere klappt, obwohl sie hier geteilte Gefühle hat, denn „bekomme ich eine Niere, musste jemand anderes sterben.“


Auch die Risiken sind ihr natürlich bekannt – eine fremde Niere kann vom Körper abgestoßen werden, und auch wenn alles gutgeht, ist die durchschnittliche Funktionsdauer im Grunde etwa 15 Jahre. Diese 15 Jahre aber wären für sie mit einer Freiheit verbunden, die für gesunde Menschen völlig selbstverständlich ist: essen und trinken, was man möchte, keine ständigen Besuche beim Arzt und im Dialysezentrum, und endlich… reisen. Welchen Rat sie ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg geben würde? „Lebe! Genieße, was Du mitnehmen kannst!“