Die richtige Entscheidung: Patientenpräferenz in der Therapiewahl

Wer mit einer Niereninsuffizienz zu kämpfen hat, weiß die Unbeschwertheit, die man im Leben mit einer gesunden Niere hat, zu schätzen. An keine Maschinen gebunden zu sein, essen und trinken zu können, was und wann man will, sind nur ein paar dieser Freiheiten. 

Was bedeutet es für Betroffene wirklich, nierenkrank zu sein? Manuela Knigge leidet unter einem Gendefekt, der vor 30 Jahren festgestellt wurde. Seit ihrem 49. Lebensjahr ist sie auf regelmäßige Dialyse angewiesen. Die Dialyse hat ihr zwar ihr bisheriges Leben genommen – aber auch ein neues geschenkt. Dass es Aufs und Abs gibt, ist selbstverständlich, aber sie hat durch die Krankheit auch Dinge entdeckt, die ihr wirklich Freude bereiten. Manuela Knigge hat ihren Weg gefunden, mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit umzugehen. Die Dialyse gehört zu ihrem Leben dazu.

Aber treffen Ärzte immer die perfekte Entscheidung für den Patienten? Inwiefern kann sich ein Patient informieren und was sollte er dabei beachten? Diese Fragen werden im Gespräch mit einem Betroffenen, der sich für die sogenannte Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) entschieden hat, und einem Nephrologen vom Vivantes Klinikum Berlin-Friedrichshain geklärt. Dass der Anteil der Bauchfelldialysen in Deutschland nur etwa sechs Prozent beträgt, hängt mit vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen, die einem Patienten nicht sofort ersichtlich sind. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie fordert grundsätzlich, dass über alle drei Verfahren der Nierenersatztherapie – also Hämodialyse, Bauchfelldialyse und Nierentransplantation – gleichberechtigt aufgeklärt wird. Tatsächlich findet die Beratung in Krankenhäusern und Praxen nicht immer unbeeinflusst statt. Krankenhäuser und Ärzte werden offenbar von äußeren Faktoren beeinflusst und entwickeln daraus Vorlieben für bestimmte Sachverhalte und Therapiewahlen.

Der Patient hinterfragt oft Diagnose und Behandlung nicht und vertraut dem Arzt – und Vertrauen ist für eine erfolgreiche Behandlung auch absolut wichtig. Nur sollte der Patient sich auch nicht scheuen, Fragen zu stellen, um soviele Informationen wie möglich zu bekommen und möglicherweise eine zweite fachliche Meinung einholen. Auf Basis dieser Informationen kann dann die bestmögliche Behandlung erfolgen – denn nur, wenn der Patient über alle Optionen, die ihm zur Verfügung stehen, hinreichend aufgeklärt wird, kann er auch die für ihn bestmögliche Entscheidung treffen.