Das Selbstbewusstsein steigt

Eine Brustprothese ist heutzutage aus der Versorgung nach einer Ganz- oder Teilamputation wegen Brustkrebs nicht mehr wegzudenken. Sie helfen vielen Frauen, sich wieder an ihren Körper zu gewöhnen und den Alltag ganz normal zu leben. Und die Auswahl ist groß, darunter Haftprothesen für Frauen, die sich viel bewegen, Leichtprothesen für den Sport oder auch Prothesen zum Schlafen.

Rund die Hälfte der Frauen, bei denen die Brust nicht erhalten werden kann, entscheiden sich heute gegen einen chirurgischen Wiederaufbau und für die Prothese. Der Grund: Die meisten Frauen sind erst einmal froh, wenn sie Operation und Chemotherapie überstanden haben. Und ein Wiederaufbau mittels Eigengewebe oder Implantat ist wieder ein chirurgischer Eingriff, bei dem nicht sicher ist, ob der Körper das Gewebe überhaupt annimmt. Interessant ist auch, dass sich der Umgang mit dem Thema Brustkrebs verändert hat: Er ist offener geworden. Statt Selbsthilfegruppen sind mehr und mehr Gespräche innerhalb der Familie, mit Freunden und dem Partner angesagt.

Schwierig wird es laut der Expertin erst bei der eigenen körperlichen Akzeptanz – demnach gibt es viele Frauen, die keinen Sex mehr ohne BH haben und ihre Prothese nicht einmal zum Schlafen ablegen. Aber auch darüber wird geredet. Mit dazu beigetragen haben zweifellos Prominente wie Miriam Pielhau und Angelina Jolie. Ganz wichtig: In Städten ist es in der Regel normal, dass Patienten nach einer Brustamputation das Krankenhaus nicht ohne Prothese verlassen – in manchen ländlichen Gebieten wissen manche Frauen manchmal nicht einmal, dass Ihnen dies laut Regelversorgung zusteht. Und das ist ein Thema, wo durchaus noch Aufklärungsarbeit stattfinden kann.

  • Text: Iris Hilgemeier