Die Wiederentdeckung von Zeit und Muße

Die „Slow Movement“-Initiative ist eine stille Revolution, die sich seit den späten 80’ern ihren Weg durch unsere Reihen bahnt. Sie bringt Genügsamkeit, Gelassenheit und ein neues Gefühl von Verbundenheit hervor. Was hat es mit dieser Bewegung auf sich und welches Potenzial trägt sie für moderne stressgeplagte Gesellschaften in sich?

Trott, Routinen und Stress im Alltag

Unsere Welt wird immer schnelllebiger – das merken wir auch in unserem Alltag. Oftmals hasten wir von Termin zu Termin und finden kaum noch Zeit, inne zu halten. Alltag wird zur Routine und wir nehmen Dinge kaum noch bewusst wahr. Im Alltag jonglieren wir permanent mit den Stunden, die uns zur Verfügung stehen. Es fehlt der Ausgleich, ein Gefühl von innerer Leere macht sich breit. Fast reflexartig verfallen an dieser Stelle viele in Arbeitswut und übernehmen sich auf Dauer maßlos. Die Folgen? Unzufriedenheit, ein abgestumpfter Geist und Gleichgültigkeit, bis hin zu einem Gefühl der Machtlosigkeit, Depressionen und verschleppten Depressionen.

Die Gegenbewegung „The Slow Movement“

Diese Themen rückten in den vergangenen Jahren verstärkt ins Licht öffentlicher Diskussionen und das ist wichtig. Denn nur so wird der Blick für zugrundeliegende Ursachen geschärft und dem Drang nach alternativen Lebensentwürfen nachgegangen. Die derzeit wohl größte Gegenbewegung ist unter dem Label „The Slow Movement“ im Gange. The Slow Movement, eine globale Initiative, die keinesfalls für eine generelle Verlangsamung aller Vorgänge steht, wohl aber den Sinn für das jeweils richtige Tempo schärfen möchte, das viel zitierte „Tempo giusto“. Anhänger dieser Bewegung setzen sich für das Aufbrechen gewohnter Strukturen ein, stellen Qualität vor Quantität und laden zum Umdenken ein. „Tue weniger, aber was du tust, tue richtig“ lautet eines der grundlegenden Mottos. Den Dingen Zeit geben, und damit Tiefe und Sinn.

Mehr über die Bewegung „The Slow Movement“ lesen Sie hier bei uns im Heft. Außerdem haben wir mit dem Wegbereiter dieser Bewegung gesprochen: Carl Honoré.