Mehr Zeit für den ganzen Menschen

Deutlich mehr Zeit und Empathie für Patienten, viel Bewegung gegen Stress schon bei den ganz Kleinen und einen langen Atem für positive Veränderungen hin zu einer Medizin, die den Menschen nicht als Kostenfaktor, sondern als Ganzes betrachtet – das wünscht sich Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer. Ein Gespräch mit ihm.

Der Mensch im Mittelpunkt

Prof. Dr. med. Grönemeyer ist leidenschaftlicher Arzt und Mediziner und betrachtet die Welt der Medizin durchaus auch mit einem kritischen Auge. Als Mediziner möchte er den Ursachen von Krankheiten auf den Grund gehen, um den Genesungsprozess von Patienten so gut wie möglich zu gestalten. Er betrachtet den Menschen daher stets als Ganzes und sieht den Menschen als eine Einheit aus Körper, Seele und Geist. Er spricht sich für eine Medizin aus, in der der Mensch im Mittelpunkt steht: eine menschliche Medizin. Soll festgestellt werden, woran ein Patient erkrankt ist und welche Behandlung für ihn die Beste ist, muss den Ursachen der Symptome auf den Grund gegangen werden. Patient und behandelnder Arzt müssen sich dafür aufeinander einlassen. Sich Zeit nehmen und zuhören ist in der Patienten-Arzt-Kommunikation enorm wichtig.

Mehr Empathie

Viele beklagen, dass zu wenig Zeit in der Patientenbehandlung häufig der Grund dafür ist, dass Arzt und Patient sich nicht intensiv genug aufeinander einlassen. Doch Laut Prof. Dr. Grönemeyer kann Zeit nicht das Problem sein: „Die Empathie ist das Entscheidende, und diese kann man auch einem Menschen zeigen, wenn nicht viel Zeit da ist.“

Die Ursachen von Stress und Depression erkennen

Besonders auch bei psychischen Erkrankungen wie der Depression ist das Zuhören und das Sicheinlassen unabdingbar, wenn den Ursachen der Erkrankung auf den Grund gegangen werden soll. Auch Stress muss ernst genommen werden, denn dauerhafter Stress kann krank machen, wie uns Prof. Dr. med. Grönemeyer im Interview erklärt: „Stress treibt uns einerseits an, etwas zu tun. Aktiv zu sein, das eigene Leben zu gestalten. Aber chronischer negativer Stress ist es eben, der zu Anspannung, dann zur Muskel-Verspannung und dann möglicherweise zu chronischen Schmerzproblemen wie auch Arthrosen der Wirbelgelenke oder Bandscheibenläsionen führen kann. Negativer Stress schafft leider auch noch andere Voraussetzungen für Volkskrankheiten wie Gefäßverkalkungen, hohen Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Zuckerkrankheit oder Immunschwächen.“

Was für Prof. Dr. med. Grönemeyer Gesundheit noch alles bedeutet und woraus er seine Lebensenergie zieht, lesen Sie im Interview hier im Beitrag.